Gewohnheiten ändern

BILD titelt: 66 Tage dauert es, um seine Gewohnheiten zu ändern. Wie immer kassiert die Zeitung die Behauptung im Fliesstext schnell wieder ein. Denn das ist ein Durchschnittswert. Die Schwankung ist enorm: manche von uns bekommen ihre Verhaltensänderung in nur 18 Tagen hin, andere brauchen 254 Tage. „66“ ist nur das rechnerische Mittel. Was noch kurioser ist: die Zeit ist gar nicht der entscheidende Faktor.

Unabhängig von der Dauer schaffen es nur 47% aller bisher in solchen Studien getesteten Menschen, ihr Verhalten zu ändern und die Änderung beizubehalten. Das ist immerhin fast jede/r Zweite. Was machen die, was die restlichen 53% nicht machen? 

Der Grund ist das „intention-behavior gap“, die Diskrepanz zwischen Absicht und Umsetzung. Klingt ein bisschen nach Zukunftsmutade?! Dem ist aber nicht so. Das erfährt, wer solche Studien bis zum Ende liest und nachvollzieht, wann der Switch zum Neuen gelingt. 

Eine belegbare Lösung sind die sog. „implementation intentions“, Umsetzungsabsichten. Diese bauen ein neues Verhältnis zwischen einem auslösenden Reiz und dem beabsichtigten Verhalten auf. Bottom line: es klappt mit der Mischung Umgebung plus Absicht plus Technik – diese Erkenntnis bringt uns unseren #Zukunftsmut zurück! Gewohnheiten ändern geht – nachhaltig mit Forschung statt mit forschen Headlines.