WFG. Römerbergwerk Meurin.

WFG-UnternehmertagEs ist warm im Bergwerk. So viel Sonne hatten die Römer nicht. Denn heute ist über der   archäologischen Fundstätte ein Glasdach. Darunter sitzen die Gäste des WFG Sommerfestes. Die Website der Zukunftsinitiative Eifel fasst das Erlebnis so zusammen:

Unternehmer stehen täglich vor wichtigen Entscheidungen: Machen wir dieses Geschäft oder lassen wir es? Wer übernimmt die nächste heikle Aufgabe? Welche Idee hilft uns, den Absatz zu verbessern? Weil Unternehmer aber auch nur Menschen sind, laufen sie wie jeder andere Gefahr, in Denkfallen zu stolpern Denkfallen, die unser Gehirn uns täglich stellt. Wie man eingefahrene Muster erfolgreich durchbricht, das weiß Dr. Carl Naughton, der beim Unternehmertag der Wirtschaftsförderung (WFG) des Kreises im Römerbergwerk Meurin referierte.

Kurzweilig und mit zahlreichen Beispielen machte Naughton klar, dass kluge Entscheidungen längst nicht immer nach Faktenlage getroffen werden. So sollten Entscheidungen nicht mit leerem Magen getroffen werden, weil der Blutzuckerspiegel die Leistung des Gehirns beeinflusst. „Gehirnjogging” kann helfen, hilft aber nur, wenn der Denkapparat verschiedene Informationen verknüpfen muss. „Wer nur Sudokus trainiert, wird beim Sudoku besser, aber mehr auch nicht. Aus einem Dauerläufer wird auch kein guter Radfahrer.”

Eine weitere Fehlerquelle ist die Erfahrung. Noch am 11. Juni 1989 sagte Gerhard Schröder, dass er die Deutsche Einheit für unrealistisch hält. Wenige Monate später fiel die Mauer. Und wer kann sich die Welt heute 45 ohne Internet vorstellen? Ausgerechnet Microsoft-Gründer Bill Gates dachte noch vor 20 Jahren, das Internet sei bloß ein vorübergehender Hype – ein aufgebauschtes Spektakel „Die Erfahrungen von gestern blockieren unser Denken für die Zukunft”, unterstrich Naughton.

Kein Wunder also, dass Naughton viel Applaus für seinen Vortrag bekam. So hatte auch Landrat Dr. Alexander Saftig sichtlich Spaß, dass man mit dem Referenten den richtigen Navigator gefunden hatte, um den Autopiloten im Kopf abzuschalten und neue Wege zu gehen. „Wir nehmen die Realität wahr und bauen darauf unsere Einschätzungen und Handlungen auf. Alles ok. Doch wenn wir die Realität nicht richtig sehen, wenn unsere Wahrnehmung nicht richtig ist, können Strategien und unser Handeln Irrwege gehen. Das haben wir deutlich gesehen.” Zuvor hatte der Landrat die wirtschaftliche Lage im Kreis skizziert. Sie ist ausgesprochen gut, Mayen-Koblenz war und ist stark. Referent Naughton würde sicher warnen, wenn man glauben würde, dass das automatisch in Zukunft so bleibt. Davon ist der Landrat jedoch weit entfernt: „Automatisch geht da gar nichts. Unser Landkreis bleibt nur kraftvoll, wenn wir weiter hart arbeiten und unsere Unternehmen stärken.“